Lernkompetenz fördern

Die Umstellung auf ein neues Office-Programm, die Einführung einer neuen Maschine, eine Optimierung des Arbeitsablaufes – solche Neuerungen werden in unserem Alltag immer häufiger. Immer wieder müssen wir uns auf veränderte Situationen einstellen, Altes hinter uns lassen und etwas Neues lernen. Das ist mitunter nicht ganz leicht, besonders wenn man gar nicht weiß, wie man das Lernen nun angehen soll.

Lernkompetenz, also den eigenen Lernstil zu kennen und sein eigenes Lernen planen zu können, wird häufig vorausgesetzt, aber fast nirgends gelehrt. Dieses wichtige Handwerkszeug ist kein Teil der klassischen Berufsausbildungen. Dazu kommt noch, dass sich viele ältere Mitarbeiter – entgegen wissenschaftlicher Erkenntnisse! – für nicht mehr lernfähig halten und damit schon von vornherein eher pessimistisch an neue Aufgaben herangehen. Auch Motivation und die innere Einstellung sind Teile von Lernkompetenz: Wer das Gefühl hat, gut lernen zu können, wird mit mehr Schwung an die Aufgabe herangehen und länger durchhalten als jemand, der sich für „zu alt“ oder „nicht fähig“ hält.

In der Stahlindustrie, in der der Altersdurchschnitt der Mitarbeiter sehr hoch ist, bekommen diese Themen noch einmal ein besonderes Gewicht. An dieser Stelle setzt das Projekt „DemoWa“ an. Das Arbeitspaket „Altersdifferenzierte Kompetenzförderung“ wird hierfür durch eine Mitarbeiterin direkt vor Ort bei ArcelorMittal Bremen bearbeitet.

Zu Beginn stand eine wissenschaftliche Erhebung, welche Faktoren einen Einfluss auf die Lernkompetenz haben. Hier verbinden sich Theorie und Praxis durch eine Aufarbeitung der wissenschaftlichen Literatur einerseits und Interviews mit Mitarbeitern andererseits. Das Resultat ist ein Fragebogen, der diese wichtigen Stellgrößen an einer großen Stichprobe abfragen wird. Basierend auf den Erkenntnissen aus dieser Untersuchung werden Tools entwickelt, die sowohl auf der persönlichen als auch auf der Organisationsebene Lernkompetenz fördern. Ganz neu ist dabei der Fokus auf Produktionsmitarbeiter als Zielgruppe.

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